Heinisch-Hosek: „Quoten an den Universitäten sind ein Vorbild für die Privatwirtschaft“

Präsentation der Website www.frauenspuren.at der Technischen Universität Wien

"Als Frauenministerin werde ich im Gespräch mit Führungskräften aus der Technikbranche oft mit der Frage konfrontiert, wie man Frauen in technische Berufe bekommt. Man könne sie auf dem Arbeitsmarkt einfach nicht finden. Dabei gibt es diese top-qualifizierten Frauen mit Technikhintergrund, man muss sie nur suchen", sagte Frauenministerin Heinisch-Hosek heute, Dienstag, an der TU Wien, wo im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März 2012 die Website www.frauenspuren.at präsentiert wurde.

Idee und Zweck dieser Homepage ist es, Frauen an der TU Wien ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, Technikerinnen in ihren Arbeitskontexten zu zeigen und Rollenvorbilder sichtbar zu machen. Das Projekt www.frauenspuren.at verfolgt dieses Ziel auf mehrfache Weise. "Es ist vor allem wichtig, die von den Frauen hinterlassenen Spuren für andere sichtbar zu machen", so die Frauenministerin.

Besonders gelte es, role models zu zeigen. "Wenn junge Mädchen sehen und erleben, dass es ganz alltäglich ist, dass Frauen in technischen Berufen tätig sind, werden sie sich auch eingeladen fühlen, diesen Weg für sich einzuschlagen. Und hier leistet frauenspuren.at einen wichtigen Beitrag. Das ist universitäre Frauenförderung, wie es besser nicht geht", so Heinisch-Hosek.

Während es im öffentlichen Dienst eine Quotenregelung gäbe, habe man in der Privatwirtschaft noch Nachholbedarf. "Unsere Maßnahmen fruchten, denn an der Spitze von vier österreichischen Universitäten stehen bereits Frauen. Die Quote an den Universitäten wirkt. Verpflichtende Frauenquoten halte ich auch in der Privatwirtschaft für notwendig. Dafür hoffe ich auch auf den Rückwind Europas", so Heinisch-Hosek.

Gerade bei der Förderung von Frauen in Spitzenpositionen sollte sich auch die Privatwirtschaft ein Vorbild an der TU nehmen. "Als nächsten Schritt möchte ich verpflichtende Frauenförderungspläne für Unternehmen präsentieren. Unternehmen sollen künftig verpflichtet werden, im Zuge von betrieblichen Plänen Frauen zu fördern. Das bringt mehr Frauen in den oberen Etagen von Unternehmen. Überdies sind Unternehmen mit gemischten Führungsteams wesentlich erfolgreicher. Denn Diskriminierung ist eine Wachstumsbremse", so die Frauenministerin abschließend.

Foto: Matthias Heisler