Wurm: Erstes bundesweites „Frauenbarometer“ zeigt, wie wichtig die Teilzeit-Offensive der Frauenministerin ist

Mehr als 70 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen nicht über niedrigen Pensionsanspruch informiert

"Teilzeitarbeit bedeutet schlechtere berufliche Chancen, weniger Arbeitszufriedenheit und schließlich geringere Pensionen. Das zeigt das heute veröffentlichte 'Frauenbarometer'. Das muss den Frauen gesagt werden, darüber müssen sie sich im Klaren sein", sagte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. "Nur wenn die außerhäusliche Kinderbetreuung nach den Bedürfnissen der Frauen angeboten wird und volle Information über die weitreichenden Folgen von Teilzeitarbeit gegeben ist, kann von Wahlfreiheit gesprochen werden", stellte Wurm am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. ****

Nach der Umfrage "Frauenbarometer" sind zwar 78 Prozent der Vollzeit berufstätigen Frauen "sehr" oder "eher" mit ihrem Beruf zufrieden, aber lediglich 63 Prozent der Teilzeit beschäftigten Frauen. Mit den Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf ist nur jede zweite teilzeitbeschäftigte Frau zufrieden. Was den Pensionsanspruch betrifft, so fühlen sich aber 71 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen darüber nicht gut oder schlecht informiert. Als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit wird mit 54 Prozent Kinderbetreuungspflichten genannt. Nur 18 Prozent der Frauen sagen, sie wollen nicht mehr arbeiten, 17 Prozent geben an, sie hätten keinen Vollzeitjob gefunden.

Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, die eine Vollzeitbeschäftigung zulassen, sei daher erforderlich. "Aber auch die Wirtschaft ist in die Pflicht zu nehmen", betonte Wurm. Denn erstens erhalten Teilzeitkräfte oft nur ein Drittel weniger Stundenlohn als Vollzeit-Erwerbstätige, zweitens werden Mehrleistungen bei Teilzeitkräften häufig nicht entsprechend abgegolten und drittens werden Teilzeitkräfte häufig von innerbetrieblichen Schulungen und Weiterbildungsangeboten ausgeschlossen. "All das zeigt deutlich: Teilzeit-Arbeit ist häufig eine Falle, die oft erst Jahre später zuschnappt, sie ist ein Karriere-Killer, ein Lohn-Drücker und fördert die Armut von Frauen in der Pension", resümierte Wurm.

Fotocredit: BKA/HBF_Aigner Regina