Frauenministerin Heinisch-Hosek: „Zu viele Menschen wissen über die Folgen von Teilzeit nicht Bescheid!“

Präsentation des ersten österreichischen Frauenbarometers – Viele teilzeitbeschäftigte Frauen sind mit ihrer beruflichen Lage unzufrieden

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das ist die wichtigste Forderung, der befragten Frauen und Männer." (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Wie leben Frauen in Österreich? Wie steht es um die Gleichstellung in unserem Land? Und was denken Frauen und Männer zum Thema Teilzeit? Das waren die Ausgangsfragen für das erste österreichische Frauenbarometer, das ab sofort vierteljährlich von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek präsentiert wird. Wir schaffen damit eine regelmäßige Bestandsaufnahme, wie Männer und Frauen in unserem Land über frauenpolitische Themen denken.

Die Ergebnisse im Überblick:

1. Wichtigstes Anliegen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Wir haben die Menschen gefragt, welches frauenpolitische Anliegen ihnen am wichtigsten ist. Und da ist ganz eindeutig herausgekommen: Für Frauen und Männer ist die klare Spitzenreiterin "gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Zwei Drittel der Frauen und mehr als die Hälft der Männer ist diese Forderung am wichtigsten.

Am zweitwichtigsten war den Befragten die Verhinderung von Gewalt und sexueller Belästigung gegen Frauen, gefolgt von dem Ausbau der Kinderbetreuung.

2. Gleichstellung, ja – aber nicht bei mir!
Ein weiteres interessantes Detail zeigt sich bei den befragten Männern. Diese bevorzugen eindeutig staatliche Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechtergleichheit, z.B. den Ausbau der Kinderbetreuung und der Pflegebetreuung. Die Zustimmung von Männern ist vor allem dort hoch, wo sie selbst nicht direkt gefragt sind. Für Maßnahmen, wo das Mittun der Männer notwendig ist oder sie selbst betroffen sind – also z.B. mehr Väterbeteiligung, mehr Gehaltstransparenz, mehr Aufstiegschancen für Frauen – können sie sich nur wenig erwärmen.

3. Thema Teilzeit: Informationsdefizit vor allem bei den Frauen
Das österreichische Frauenbarometer befasst sich immer auch mit wechselnden, aktuellen Themenschwerpunkten. Im Rahmen der ersten Befragung wurde das Thema "Teilzeitarbeit" ausgewählt. Dabei zeigt sich dass ein Drittel aller teilzeitbeschäftigten Frauen mit ihrer beruflichen Lage unzufrieden sind, als wichtigsten Grund dafür nennen sie die mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten. Mehr als die Hälfte aller Frauen arbeitet Teilzeit, weil es keine entsprechenden Kinderbetreuungsangebote gibt. Das ist damit der wichtigste Grund für eine Teilzeitbeschäftigung. Und der Informationsstand zu den Folgen von Teilzeit ist alarmierend schlecht. Mehr als zwei Drittel aller Befragten gab an, über die Folgen von Teilzeit auf den Pensionsanspruch eher schlecht oder gar nicht informiert zu sein. Den schlechtesten Informationsstand haben dabei Frauen zwischen 30 und 49 Jahren und die teilzeitbeschäftigten Frauen.

Unterlagen zum Download:

Presseunterlage

Ergebnispräsentation Frauenbarometer

Fotocredit: BKA/HBF_Aigner Regina