Wurm: Sachleistungen sind sozial gerechter und effizienter

"Wir setzen uns dafür ein, mehr in Sachleistungen, sprich in Kinderbetreuungseinrichtungen und ganztätige Schulformen, zu investieren. Das hat positive Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und positive Beschäftigungseffekte. Mit Steuerfreibeträgen würde man hingegen nur Familien entlasten, die über ein hohes Einkommen verfügen. Familien mit niedrigerem Einkommen haben davon nichts, weil sie nichts von der Steuer abzusetzen haben", spricht sich SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm für mehr Sachleistungen und gegen den Vorschlag von Finanzministerin Maria Fekter, einen Steuerfreibetrag von 7.000 Euro pro Jahr festzusetzen.

Wurm betont, dass sich mit mehr Kinderbetreuungsplätzen, früherer Sprachförderung und mehr ganztägigen Schulplätzen die Chancen für alle Kinder und Jugendlichen erhöhen, auch aus Familien, in denen Eltern nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder entsprechend zu fördern.

Man müsse mit Sprachförderung viel früher beginnen, mit fünf Jahren sei es zu spät. "Ein weiteres Argument, dass die Kinderbetreuungsplätze für die Kleinsten weiter massiv ausgebaut werden müssen, denn bereits der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung und für die Zukunftschancen der Kinder von Bedeutung", so Wurm.

In die völlig falsche Richtung gehe daher der Vorschlag, Strafen für Kinder und Jugendliche, die die Schule nicht regelmäßig besuchen, zu erhöhen. "Das ist überhaupt nicht fördernd, sondern äußerst demotivierend und lernbehindernd", so Wurm.

Klug sei hingegen das von Sozialminister Hundstorfer eingeführte Jugendcoaching – eine Art Frühwarnsystem an den Schulen. Wissen Schüler ein Jahr vor Ende der Schulpflicht noch nicht, was sie danach machen wollen, werden sie vom Arbeitsmarktservice ein Jahr lang betreut. Und jene, die die Schule ohne positiven Abschluss verlassen, haben – das sind immerhin 50.500 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren – jetzt die Möglichkeit Bildungsabschlüsse gratis nachzuholen. "Mit diesen Maßnahmen wird es gelingen, die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildung und Job deutlich zu reduzieren", ist Wurm überzeugt.