Frauenförderpläne

Frauen-Network 09.02.2012 Heinisch-Hosek: Internationale Vorbilder für gesetzlich verankerte Frauenförderpläne "Australien, Nordirland und Schweden haben schon gesetzliche Verpflichtungen zum Erlassen von Frauenförderplänen. Und auch Kanada hat eine ähnliche Regelung. Diese Länder nehme ich mir als Vorbild, wenn wir jetzt die Frauenförderpläne für die Privatwirtschaft verhandeln." (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek) Bei den gerade laufenden Verhandlungen zur Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes ist es Ziel der Frauenministerin, dass wir eine wichtige Neuerung beschließen: Die Verpflichtung für Betriebe, Frauenförderpläne zu erstellen. Dabei sollen die Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden. Solche gesetzlichen Regelungen gibt es schon in einigen Ländern: Australien, Nordirland und Schweden. Kanada hat ähnliche Verpflichtungen, jedoch beziehen sie sich auf die Gleichstellung diverser gesellschaftlicher Gruppen (nicht nur von Frauen). Wenn wir in Österreich diese Verpflichtung einführen würden, würden wir damit eines der Vorreiterländer werden. Der Ländervergleich: 1. Australien – Equal Opportunity for Women in the Workplace Act von 2000 * Gilt für alle Unternehmen ab 100 Beschäftigten * Jährlicher Frauenförderplan ist bei der "Kommission zur Gleichstellung von Frauen" einzureichen * Inhalt: Maßnahmen, die auf Grund einer Ist-Analyse des Unternehmens zu treffen sind, Bewertung der Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen * Die Kommission unterstützt und berät die Unternehmen * Sanktionen bei Verstoß: Bericht an den/die MinisterIn (wird auch dem Australischen Parlament vorgelegt); Namen von nicht-berichtslegenden Unternehmen werden auf einer Website veröffentlicht; Ausschluss von öffentlicher Vergabe   2. Nordirland – Fair Employment and Treatment Order von 1998 * Gilt für alle ArbeitgeberInnen mit mehr als 10 Beschäftigten * Sie müssen sich bei der nordirischen Gleichbehandlungskommission eintragen und ihr einen jährlichen Bericht vorlegen (Zahl der Beschäftigten Frauen und Männer sowie ihre berufliche Einstufung) * Kommission kann die Beschäftigungspraktiken der Unternehmen untersuchen und positive Maßnahme zur Förderung einer unterrepräsentierten Gruppe vorschlagen. Erfolgt keine Umsetzung, kann die Kommission eine rechtsverbindliche Anweisung geben. * Sanktionen bei Verstoß: Sowohl strafrechtliche als auch wirtschaftliche Sanktionen, z.B. Verlust staatlicher Beihilfen, Ausschluss von öffentlichen Aufträgen 3. Schweden * Gleichstellungsgesetz gilt für öffentliche und private Unternehmen * Es verpflichtet ArbeitgeberInnen zu aktiven Maßnahmen zur Förderung von Frauen bzw. zur Gleichstellung * Das Unternehmen muss jährlich Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern offenlegen und analysieren (entspricht bei uns den Einkommensberichten) * ArbeitgeberInnen mit mehr als 9 Beschäftigten haben einen jährlichen Gleichstellungsplan mit konkreten Aufgaben zu erstellen (inkl. Resultat der Analyse der Gehaltsunterschiede sowie Maßnahmen zu deren Überwindung) * ArbeitgeberInnen sind verpflichtet, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Elternschaft zu erleichtern * Sanktionen bei Verstoß: Bußgeldzahlungen   4. Kanada – Employment Equality Act von 1996 * Soll die Gleichstellung von Frauen, ethnischen Minderheiten, Menschen mit Behinderung und Aborigines am Arbeitsmarkt forcieren * Gilt für jene Industrien, die der kanadischen Bundesgesetzgebung unterstehen, z.B. Banken, Telekommunikation, Transportwesen (Luftfahrt, Schienenverkehr) – es sind damit rund 10% der arbeitenden Bevölkerung erfasst * ArbeitgeberInnen sind verpflichtet, Ist-Analysen zu erstellen bzw. einen Plan zur Gleichstellung im Bereich der Beschäftigung auszuarbeiten * Darüber hinaus haben ArbeitgeberInnen jedes Jahr einen umfassenden Bericht über die ergriffenen Maßnahmen und die erzielten Ergebnisse zu legen * Die kanadische Kommission für Menschrechte hat eine/n Compliance-Beauftragte/n eingesetzt, der/die die Unternehmen einer Compliance-Prüfung unterziehen kann. Er/sie stattet den Unternehmen einen Besuch ab und kann vor Ort Einsicht in die erforderlichen Unterlagen nehmen. Liebe Grüße, Katharina Kubicek SPÖ Bundesfrauen Löwelstrasse 18 1014 Wien Tel.: +43 (01) 53 427-270 e-Mail: frauen@nullspoe.at www.frauen.spoe.at Zum Abmelden klicken Sie bitte hier: : http://newsletter3.spoe.at/box.php?funcml=unsub2&nl=currentnl&mi=currentmesg&email=subscriberemail