16 Tage gegen Gewalt

Heinisch-Hosek: Freue mich, dass wir gemeinsam auf Frauen-Helpline aufmerksam machen
Frauenministerin kooperiert mit Zielpunkt gegen Gewalt an Frauen

„Jede fünfte Frau wird einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt, das ist alarmierend“, sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute in der Zielpunkt-Filiale in der Wiener Innenstadt. Die Handelskette unterstützt die Aktion „16 Tage gegen Gewalt“ mit einer eigens dafür kreierten Tragtasche, auf der unter der Überschrift „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ die Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt aufgedruckt ist. „Wir haben in Österreich gute Gewaltschutzgesetze und einige Einrichtungen zur Krisenintervention. Ich freue mich, dass wir mit dieser Aktion Frauen darauf aufmerksam machen können, dass sie nicht alleine sind und bei der Frauen-Helpline Hilfe und Beratung bekommen. Nicht nur die von Gewalt Betroffenen selbst, sondern auch aufmerksame Nachbarn oder Freundinnen können sich Rat holen.“

„Die Tragetasche wird in über 300 Zielpunkt-Filialen in ganz Österreich bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, an der Kassa verkauft, der Erlös kommt der Caritas zu Gute“; erläuterte Zielpunkt-Vorstandsvorsitzender Jan Satek. Auch Zielpunkt-Markenbotschafter Hans Krankl nahm an der Aktion teil. Krankl: „Es ist erschreckend, dass es Gewalt gegenüber Frauen noch immer gibt, aber gut, dass wir wirklich helfen können.“

Die Frauenhelpline bietet unter der Nummer 0800/222555 rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr anonyme und vertrauliche Beratung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Die Helpline hilft, die Situation zu klären und vermittelt an regionale Frauenschutzeinrichtungen und Beratungsstellen weiter. An bestimmten Tagen gibt es auch muttersprachliche Beratung für Migrantinnen in Arabisch, Englisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Rumänisch, Spanisch und Türkisch.

am Foto: Frauenministerin Heinisch-Hosek mit Zielpunkt Vorstandsvorsitzender Jan Satek und Zielpunkt-Markenbotschafter Hans Krankl; Fotografin: Carina Karlovits, BKA/HBF

Mautz: Thema Gewalt aus der Tabuzone holen
SPÖ Frauen starten österreichweite Verteilaktionen „Gestärkt gegen Gewalt“

Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ starten die SPÖ Frauen heuer unter dem Motto „Gestärkt gegen Gewalt“ Verteilaktionen in ganz Österreich. In Papiertüten mit der Aufschrift „Gestärkt gegen Gewalt“ und mit dem Aufdruck der Frauenhelpline 0800 222 555 werden österreichweit Snacks verteilt. „An belebten Orten, wie etwa Einkaufszentren, sprechen wir Frauen direkt an und machen auf Gewaltschutz- und Beratungseinrichtungen aufmerksam“, so Mautz.

Wurm: Europaratskonvention gegen Gewalt sollte nächstes Jahr in Kraft treten
Im Budget 2012 Mittel für Interventionsstellen erhöht

„Wie Studien belegen, steigt gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen die familiäre Gewalt gegen Frauen an. Daher hoffe ich sehr, dass die Europaratskonvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt nächstes Jahr in Kraft treten kann“, erklärte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm zur heute beginnenden internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“. Wurm, die auch Mitglied des Europarates und Präsidentin des Unterausschusses „Gewalt gegen Frauen“ im Europarat ist, betont die Wichtigkeit, dass alle Staaten die Konvention so schnell wie möglich ratifizieren und umsetzen. „Die Konvention ist rechtlich bindend und damit wird sich die Gesetzgebung in den Staaten wesentlich verbessern“, so Wurm.

Petra BayrBayr zum Tag gegen Gewalt: Europaratskonvention ratifizieren
155 Millionen Frauen Opfer von Genitalverstümmelung (FGM)

„Laut Schätzungen des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser ist in Österreich jede fünfte Frau von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen.“ Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November, Startschuss für die „16 Tage gegen Gewalt“, die am 10. Dezember mit dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“ enden.

Mehr als die Hälfte aller Morde passieren im Familien- und Bekanntenkreis und die Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder. Auch mehr als die Hälfte der Kinder ist von direkter Gewalt durch den Vater betroffen. „Österreich hat erst im Mai dieses Jahres die Europaratskonvention gegen Gewalt an Frauen unterzeichnet, jetzt müssen wir sie nur noch ratifizieren“, fordert Bayr gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.