Frauenministerin beim Filmbrunch der SPÖ Frauen OÖ zum Equal Pay Day

Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz, LAbg. Gerti Jahn, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Landesfrauenvorsitzende NRin Sonja Ablinger fordern gerechte Frauenlöhne.

Frauenministerin beim Filmbrunch der SPÖ Frauen OÖ zum Equal Pay Day

„Schluss mit der ungleichen Bezahlung!“Frauen in OÖ arbeiten 104 Tage im Jahr gratis

Am Equal Pay Day machen die SPÖ Frauen auf die unterschiedlichen Gehälter von Frauen und Männern in Österreich aufmerksam und fordern mehr Lohngerechtigkeit. In Oberösterreich ist der Equal Pay Day 2011 heuer der 19. September: Ab diesem Tag arbeiten – statistisch gesehen – die Frauen 104 Tage lang gratis! Das heißt, Männer haben dann bereits jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis zum Jahresende arbeiten müssen. „Unser Ziel ist es, über die vielfältigen Ursachen aufzuklären und Maßnahmen zur Überwindung von ungleicher Bezahlung anzustoßen“, erklärt Landesfrauenvorsitzende NRin Sonja Ablinger.

Über 100 Frauen nützten heute beim Filmbrunch, zu dem SPÖ Frauen und FSG Frauen OÖ anlässlich des Equal Pay Day ins moviemento-Kino im Offenen Kulturhaus in Linz luden, um mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek genau darüber zu diskutieren. Der Filmbrunch war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die im Rahmen des Frauensalons der SPÖ Frauen OÖ künftig in allen Bezirken stattfinden sollen – zu Themen, die Frauen bewegen. Im Anschluss an den Brunch wurde der Film „We want sex!“ gezeigt – ein humorvoller Streifen über die Rebellinnen der Ford-Fabrik, die sich 1968 das Recht erkämpften, entlohnt zu werden wie ihre männlichen Kollegen.

Die heimische Wirtschaft steht angesichts des demographischen Wandels und des bestehenden Fachkräftemangels vor erheblichen Herausforderungen. „Trotzdem leistet es sich das Land nach wie vor, die beruflichen Potenziale der heutzutage bestens ausgebildeten Frauen zu großen Teilen brach liegen zu lassen, sie mit ungleicher Bezahlung zu frustrieren und vom Arbeitsmarkt fernzuhalten bzw. den Wiedereinstieg zu erschweren, Stichwort zuwenig geeignete Kinderbetreuungseinrichtungen,“ betonte Sonja Ablinger.

Ministerin Heinisch-Hosek verwies besonders auf den am 4. Oktober 2011 online gehenden Lohn- und Gehaltsrechner, der es jedem und jeder ArbeitnehmerIn ermöglicht, zu überprüfen, was die persönliche Leistung und Qualifikation am Arbeitsmarkt wert ist. So soll es möglich werden, Unterschiede zwischen IST und SOLL-Gehalt festzustellen und vor allem geschlechtsspezifische Ungleichheiten auszumerzen.

Für Frauen gilt: Mehr Arbeit, weniger Geld

Frauen arbeiten wöchentlich im Durchschnitt um 28 Stunden mehr als Männer und bekommen dafür um 30% weniger Geld. In den letzten Jahren hat sich diese Situation noch verschärft, der Einkommensunterschied wird sogar größer – in manchen Bereichen verdienen Frauen bis zu 55% weniger als Männer. Immer mehr Frauen können von ihrem Gehalt nicht leben.

Auch wenn durch den Equal Pay Day bereits eine breite Aufmerksamkeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik erreicht wurde, so hat sich an den Zahlen der ungerechten Entlohnung nichts geändert und den SPÖ Frauen, die bereits einige Erfolge im Kampf gegen diese Ungerechtigkeit erreichen konnten, bleibt noch viel zu tun.

Die Gründe, warum Frauen weniger verdienen, sind vielfältig:

  • Teilzeit
  • geringere Aufstiegschancen
  • die traditionell schlechte Bewertung und Entlohnung von so genannten Frauentätigkeiten
  • Berufsunterbrechungen/Kinderpausen
  • und: Frauen verdienen weniger, weil sie Frauen sind

Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, müssen die Einkommensunterschiede, die unterschiedlichen Plätze und Chancen, die Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zugewiesen werden, endlich in der Rumpelkammer der Geschichte verschwinden und wirkungsvolle Maßnahmen für gerechte Löhne gesetzt werden, sind sich Sonja Ablinger und Gabriele Heinisch-Hosek einig.

(Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen.)