Partnergewalt gegen ältere Frauen

Heinisch-Hosek präsentiert Studie: „Auf Gewalt gegen ältere Frauen muss aufmerksam gemacht werden“

Hundstorfer: „Studie ist Teil eines Gesamtprojektes gegen Gewalt gegen ältere Menschen“

„Jede fünfte Frau ist einmal im Leben mit Gewalt konfrontiert. Die Gewalt hat viele Gesichter und viele Dimensionen in den verschiedenen Lebensabschnitten. Die von uns beauftragte Studie fokussiert nun auf ältere Frauen“, sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Die Studie ‚Partnergewalt gegen ältere Frauen‘ wurde europaweit durchgeführt, der Österreichteil, verfasst von Birgitt Haller und Helga Amesberger vom Institut für Konfliktforschung, wurde heute im Palais Dietrichstein präsentiert, sie ist unter http://www.ikf.ac.at/pdf/IPVOW_Austria_Deutsch_final.pdf abrufbar.

„Die Gewalterfahrungen von älteren Frauen, das heißt Frauen ab 60, stellen sich oft ganz anders dar als bei Jüngeren. Die Frauen wissen meist nicht, wo sie Hilfe finden könnten und bleiben in sich verschlossen“, so die Frauenministerin. Es gebe zehn gesetzlich verankerte Gewaltschutzzentren sowie 110 Mädchenzentren und Frauenberatungsstellen und die Frauenhelpline 0800 222 555. Kürzlich sei außerdem vom Ministerrat auch der Ausbau der Opferschutzgruppen in den Spitälern beschlossen worden. „Wir müssen die Hilfsorganisationen für das Problem sensibilisieren und die Ansprechstellen den Betroffenen bekannt machen. Kurzum: Auf die Gewalt gegen ältere Frauen muss endlich aufmerksam werden.“ Schulungen für Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, Psychologen und Psychologinnen sowie Ärzte und Ärztinnen sollen es den direkt befassten Berufsgruppen erleichtern, Gewalt zu erkennen und darauf zu reagieren.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer: „Diese Studie ist Teil eines Gesamtprojektes gegen Gewalt gegen ältere Menschen, ein Hilfsprogramm insbesondere für jene, die vielleicht nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu helfen“, so der Minister. „In Summe wurden bereits 100.000 Folder verteilt, um aufmerksam zu machen, Gewalt zu erkennen und Hilfseinrichtungen bekannt zu machen“, so Hundstorfer.

Mautz zu Gewaltschutz: Die Spirale des Schweigens muss durchbrochen werden

„Über die Gewalt, die älteren Frauen angetan wird, herrscht oft Stillschweigen. Es ist wichtig, dass wir den Betroffenen
Mut machen, die Hilfe einer Opferschutzeinrichtung in Anspruch zu nehmen“, so SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz in Reaktion auf die heute von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentierte Studie „Partnergewalt gegen ältere Frauen“. Mautz begrüßte weiters die im Ministerrat präsentierten Pläne zum Ausbau der Opferschutzgruppen in den Spitälern.

„Viele Frauen schämen sich für die Gewalt, die ihnen angetan wird, und wollen daher nicht darüber sprechen. Es ist wichtig, dass die Spirale des Schweigens durchbrochen wird und die Frauen ihre Scheu überwinden, über ihr Leid zu berichten. Das ist der erste Schritt, damit sie die Chance haben, sich von den Gewalttätern zu befreien“, so Mautz am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Als wichtige Maßnahmen nannte Mautz die Schulung des Krankenhauspersonales sowie Information und Sensibilisierung der Opferschutzeinrichtungen zu diesem Thema.