Führungspositionen; Quote

Frauen-Network
17.02.2011

Heinisch-Hosek: Mit Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter

„Mit Freiwilligkeit kommen wir ganz offensichtlich nicht weiter“, sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen der Arbeiterkammer Wien zu Frauen in Führungspositionen. In den Aufsichtsräten der größten 200 Unternehmen seien nur zehn Prozent Frauen vertreten. Da habe sich in den vergangenen Jahren fast nichts getan. Und in den Vorstandsetagen schaue es mit der Präsenz von Frauen mit deutlich unter fünf Prozent noch schlimmer aus, so die Ministerin.

„Jetzt muss Schluss sein mit den ewigen Ausreden. Dass die Zeit schon dafür sorgen wird, dass es mehr Frauen an die Spitze schaffen werden, das ist einfach nicht so. Jedes Jahr werden wir eines besseren belehrt“, sagt die Frauenministerin. Der Zeitpunkt sei jetzt genau richtig, um uns selbst als Regierung und die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen und die Aufsichtsräte weiblicher zu machen. Denn viele europäische Länder seien uns schon deutlich voraus und hätten längst erkannt, dass es auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Es sei bereits allen klar, dass Frauen mittlerweile vielfach besser ausgebildet seien als die Männer und alle Studien würden belegen, dass gemischte Führungsteams bessere wirtschaftliche Ergebnisse brächten.

Mautz zur AK Studie: Höchste Zeit für mehr Frauen in Führungspositionen

„Es ist höchste Zeit, dass in den Vorstandsetagen und in den Aufsichtsräten in Österreich mehr Frauen tätig sind“, sagte heute, Donnerstag, SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz gegenüber dem SPÖ Pressedienst. Auch die Zahlen der jüngsten AK-Studie belegen, dass Österreich enormen Aufholbedarf habe. „Immer noch sind in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen nur zehn Prozent Frauen vertreten. Fünf Prozent Frauen in den Vorstandsetagen sind ein Alarmsignal“, so Mautz.

Eine Selbstverpflichtung für staatsnahe und börsennotierte Unternehmen ist ein erster dringend notwendiger Schritt. „Das wirkungsvolle Instrument, um kompetente Frauen in Führungspositionen zu bringen, sind Quoten. Österreich kann es sich nicht leisten, noch länger zu warten. Frauen sind oft besser ausgebildet als Männer und Studien belegen, dass gemischte Führungsteams bessere wirtschaftliche Erfolge erzielen“, sagte Mautz.

Frauenquote: Wurm erfreut über Unterstützung der ÖVP-Frauen

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm begrüßt, dass sich die Vorsitzende der ÖVP-Frauen Dorothea Schittenhelm jetzt auch mit einer Quote für Frauen in Führungspositionen anfreunden kann. „Diese Unterstützung von den Kolleginnen aus der ÖVP ist wichtig, denn so kann es nicht weitergehen: Wie die heute veröffentlichte Studie der Arbeiterkammer zeigt, ist der Anteil der weiblichen Vorstände mit 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sogar noch gesunken. Nur jedes zehnte Aufsichtsratsmitglied in Österreich ist eine Frau“,
so Wurm.

Derzeit findet in vielen europäischen Ländern ein Umdenken in Zusammenhang mit den Vorteilen von Quoten für Frauen in Führungspositionen statt. Dieser Dynamik sollte sich auch die österreichische Wirtschaft nicht verschließen. Wirtschaftsminister Mitterlehner muss daher auf seine Parteikolleginnen hören, damit die von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek vorgeschlagenen Schritte in den Unternehmen umgesetzt werden können. Zunächst soll eine Selbstverpflichtung eingeführt werden. Wenn es dadurch in den nächsten zwei, drei Jahren keine entscheidenden Verbesserungen beim Frauenanteil in Entscheidungspositionen gibt, dann muss eine gesetzliche Quote her, so Wurm.

Liebe Grüße,

Katharina Kubicek

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