Aktion gegen Gewalt

Frauen-Network
26. November 2010

Heinisch-Hosek bei Aktion gegen Gewalt an Frauen: „Gute Gesetze allein genügen nicht“

Im Rahmen der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ machte Frauenministerin Heinisch-Hosek heute, Freitag, gemeinsam mit der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und prominenter männlicher Unterstützung auf ein Thema aufmerksam, das nach wie vor stark tabuisiert wird. „Gewalt gegen Frauen passiert noch immer viel zu oft und wir sind hier, um ein deutliches Zeichen dagegen zu setzen“, unterstrich die Frauenministerin ihr Anliegen.

Bei der heutigen Aktion vor dem Einkaufszentrum „Arcade Meidling“ ging es darum das Statement „Diese Hände schlagen nicht“, mit einem bunten Handabdruck zu bekräftigen. Frauenministerin Heinisch-Hosek erklärte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, mit Mut und Zivilcourage gegen Gewalt an Frauen aufzutreten. „Wir haben zwar gute Gesetze zum Schutz der Frauen, aber das allein genügt nicht. Die betroffenen Frauen müssen ermutigt werden, Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Aber auch jene Menschen, die Zeugen von Gewalt gegen Frauen werden, sind gefordert, Zivilcourage zu zeigen und mutiger zu werden“, bekräftigte die Frauenministerin die Rolle jedes Einzelnen.
Bei der heutigen Aktion setzten auch zwei prominente Männer mit ihrem Handabdruck ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Adi Hirschal und Profiboxer Gogi Knezevic unterstützten die Aktion der SPÖ Frauen. „Ich bin hier, weil ich glaube, dass man Frauen vor der Unvernunft und vor allem vor der Argumentlosigkeit der Männer schützen muss. Ich begreife diese Aktion als eine Aktion gegen Dummheit, denn das ist der Auslöser für Gewalt an Frauen“, erklärte Adi Hirschal sein Engagement. Profiboxer Gogi Knezevic betonte, dass Boxen ein regelgeleiteter Sport sei, der nichts mit Gewalt zu tun hat und es ihm in dieser Rolle sehr wichtig ist, „ein ganz starkes Bekenntnis gegen Gewalt abzugeben“.
Unter dem Motto „Diese Hände schlagen nicht“ machen die SPÖ Frauen zwischen dem 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) mit Straßenaktionen in ganz Österreich darauf aufmerksam, dass jede fünfte Frau in Österreich zumindest einmal in ihrem Leben von Gewalt in ihrem direkten Umfeld betroffen ist.

Wurm: Opferschutz sichergestellt
„In den letzten Jahren ist die Anzahl der von den Interventionsstellen und Gewaltschutzzentren betreuten Frauen enorm gestiegen“, betont SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. Sie ist daher erfreut, dass im Budget bei der Finanzierung der Interventionsstellen gegen Gewalt nicht gekürzt wird und es gelungen ist, die Finanzierung für den Opferschutz sicherzustellen. „Damit ist es möglich, dass jede Frau, die Opfer von Gewalt ist, auch entsprechend betreut werden kann“, so Wurm. Wurden im Jahr 2001 noch 4.849 Gewaltopfer betreut, waren es im Jahr 2008 14.059 und im Jahr 2009 14.622. „Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten, wenn Arbeitslosigkeit droht und zunimmt und wenn es zu existenziellen Ängsten in Familien kommt, steigen familiäre Gewalttaten an. Umso wichtiger ist, dass die Regierung hier nicht einspart“, betont Wurm.

AKS, SJ, VSStÖ: Gewaltpräventive Arbeit und Schutzmaßnahmen für Frauen
„Leider ist es notwendig, diesem internationalen Tag alljährlich zu gedenken. Immer noch ist jede fünfte Frau in Österreich von Gewalt betroffen, meist im sozialen Nahraum“, erklärt Sybilla Kastner, frauenpolitische Beauftragte der SJ. „Frauenhäuser und Schutzeinrichtungen für Frauen werden leider oftmals Opfer von Einsparungen – wir fordern ihren Ausbau“, betont Vanessa Gaigg, Frauensprecherin der AKS. „Gerade häusliche Gewalt trifft zum überwältigenden Teil Frauen: 36 Prozent der Täter sind die eigenen Ehemänner, 18 Prozent sind Lebensgefährten. Gewaltpräventive Arbeit und Schutzmaßnahmen für Frauen müssen Priorität haben!“, bekräftigt auch VSStÖ-Bundesvorsitzende Stefanie Grubich.

Liebe Grüße
Elisabeth Bessert

SPÖ Bundesfrauen
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