Väterkarenz; Buchpräsentation

Frauen-Network
22. November 2010

Informationsoffensive für mehr Väterkarenz in der Wirtschaft

„Es ist wichtig, den österreichischen Unternehmen die Väterkarenz „schmackhaft“ zu machen, denn es kann dadurch eine Win-Win-Situation für Väter und für die Betriebe entstehen. Die Väter gewinnen Kompetenz im Umgang mit den Kindern und erweitern ihren Horizont und die Unternehmen gewinnen hochmotivierte Mitarbeiter, die nach der Karenz neue Perspektiven und Managementfähigkeiten mitbringen.“(Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Heute startete die Frauenministerin gemeinsam mit dem Sozialministerium, den Sozialpartnern und der IV eine Informationsoffensive in der Wirtschaft für mehr Väterkarenz. Das ist besonders wichtig, denn ein Hemmschuh für die stärkere Inanspruchnahme der Karenz ist die Tatsache, dass viele Männer in ihrem Arbeitsumfeld immer noch als Exoten angesehen werden. Es wird ihnen nicht leicht gemacht, denn Widerstand von Kolleginnen und Kollegen oder vom Arbeitgeber direkt ist oftmals vorprogrammiert. Das hält manche davon ab, den Schritt zu machen.

Und viele plagt die Sorge, dass sie nach einer Rückkehr in den Berufsalltag mit Einkommensverlusten rechnen müssen und der berufliche Aufstieg schwerer wird. Leider ist genau das für die meisten Frauen, die nach einer Babypause aus der Karenz in den Beruf zurückkehren, schon immer eine bittere Realität. Diese Realität wird sich dann ändern, wenn sich Betriebe daran gewöhnen, dass Männer und Frauen in Karenz gehen, beide Elternteile Termine absagen müssen, weil ein krankes Kind zu betreuen ist und auch die Väter nicht jeden Abend und an den Wochenenden abrufbar sind.
In dieser Situation ist es umso wichtiger, den österreichischen Unternehmen die Väterkarenz „schmackhaft“ zu machen.

Diese Unternehmenskultur, die in den skandinavischen Ländern oder in den Niederlanden und Island längst Gang und Gäbe ist, ohne dass die Wirtschaft zusammenbricht, sollte auch bei uns Einzug halten. Es hat viele Vorteile, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einige Zeit den Arbeitsplatz verlassen, ihren Horizont erweitern und einen Perspektivenwechsel vornehmen. Und genau das bringt die Baby-Karenz.
Jene Väter, die diese wertvolle Zeit mit ihren Kindern gemacht haben, berichten, dass sie mit einer ganz neuen Sicht auf die Welt in den Beruf zurückgekehrt sind. Sie konnten eine neue Perspektive einbringen und viele haben sich während der Karenz Managementfähigkeiten in der Leitung des Unternehmens „Familie“ angeeignet.

Es hat also viele Vorteile, wenn Mitarbeiter für einige Zeit den angestammten Arbeitsplatz verlassen, ihren Horizont erweitern und buchstäblich einen Perspektivenwechsel vornehmen. Sie kommen als zufriedene, ausgeglichene und hoch motivierte Mitarbeiter zurück. Mit seiner privaten Situation im Betrieb anerkannt zu werden, spornt den Mitarbeiter an. Die Motivation und damit die Arbeitsleistung im Unternehmen steigt – eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und für Arbeitgeber!

In Zukunft werden sich die Betriebe darauf einstellen müssen, dass mehr Mitarbeiter die Väterkarenz in Anspruch nehmen. Die Frage wird sein, wie sie die betrieblichen Abläufe darauf ausrichten können. Denn mit dem Angebot des einkommensabhängigen Kindergeldes hat das Interesse der Väter in Karenz zu gehen, noch weiter zugenommen.

Die neue Informations-Offensive für die Wirtschaft

Mit der neuen Initiative wollen wir gemeinsam – Frauenministerium, Sozialministerium, ÖGB, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer und Industriellenvereinigung – die Unternehmen gezielt ansprechen. Es geht darum, Bewusstsein in den Betrieben zu schaffen, dass Väterkarenz immer mehr zur gesellschaftlichen Realität werden wird. Es geht darum, gemeinsam mit der Wirtschaft eine neue Unternehmenskultur zu entwickeln, die Männer motiviert, eine Väterkarenz in Anspruch zu nehmen.

Wir wollen Unternehmen dabei unterstützen, ihre internen Abläufe darauf einzustellen. Wie damit umzugehen ist, wenn eine junge Mutter für längere Zeit ersetzt werden muss – dafür gibt es relativ standardisierte Abläufe. Da Väter aber oft nur einige Monate in Karenz gehen, gibt es in vielen Betrieben (vor allem Klein- und Mittelbetrieben) wenig Know-How darüber, wie mit diesen neuen Gegebenheiten umzugehen ist. Hier können wir mit dem Projekt unterstützen und Wege aufzeigen, wie ein vernünftiges Karenzmanagement für alle Beteiligten optimale Ergebnisse bringen kann.

Das abz*austria wird in den kommenden Monaten in allen Bundesländern zahlreiche Veranstaltungen, vor allem für PersonalistInnen in Klein- und Mittelbetrieben, anbieten. Ziel ist es, den Unternehmen Instrumente in die Hand zu geben, wie sie am besten mit den entstehenden betrieblichen Herausforderungen umgehen können. Unterstützend zu den Workshops für Betriebe sind 3 Diskurs-Cafés zur überbetrieblichen regionalen Vernetzung geplant, in denen über das Thema Väterkarenz diskutiert wird und Impulse zum Thema gesetzt werden.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Website des Frauenministeriums unter: http://www.maennerinkarenz.at/

Buchpräsentation
Wir laden Sie / dich herzlich ein

Irmtraut Karlsson liest aus ihrem neuesten Buch

„Frauen graben, wo sie stehen“
in der Buchhandlung Löwelstraße
am Mittwoch, den 24.11.2010,
um 17.30 Uhr

Einleitung und Laudatio:
Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz

anschließend gibt es Sandkuchen, Weine aus Bruck an der Leitha und hoffentlich tief schürfende Diskussionen.

Mut machen, die eigene Frauengeschichte in der Gemeinde, im Betrieb, in den Organisationen zu erforschen, das ist das Ziel dieses Buches. Welche Quellen gibt es, wie können sie genützt werden? Ausgehend von den Frauenspaziergängen in Bruck an der Leitha und in Wien Josefstadt gibt es zahlreiche Beispiele für Frauenspuren im öffentlichen Raum. Diese Beispiele zeigen auch, wie weibliche Erinnerungskultur festgemacht werden kann. Schritt für Schritt wird angeregt, wie so ein Frauenforschungsprojekt entstehen kann und welche Präsentationsmöglichkeiten für die Ergebnisse entstehen könnten. Frauen haben eine Geschichte, lasst euch nicht aus dieser Geschichte wegschreiben.

Wir freuen uns über Ihren / deinen Besuch!

Um Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten.

Buchhandlung Löwelstraße / SPÖ
Löwelstraße 18
1014 Wien
Tel.: +43-1-534 27/323 od. 343
Fax: +43-1-534 27/324
Mail: buchhandlung@nullspoe.at
www.spoe.at/buchhandlung
Öffnungszeiten:
Mo – Do 9 – 13 und 14 – 18 h, Fr 9 – 13 h

Liebe Grüße

Elisabeth Bessert

SPÖ Bundesfrauen
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