Obsorge; Gleichstellung

Frauen-Network
16. Juni 2010

Heinisch-Hosek: Bin skeptisch, Eltern gemeinsame Obsorge zu verordnen
Im Streit könne eine automatische Obsorge doch nicht die Lösung sein
„Ich bin sehr skeptisch, die gemeinsame Obsorge geschiedenen Eltern staatlich aufzuzwingen“, sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in Reaktion auf die heute präsentierten Pläne von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Bei jenen Eltern, die das bei der Scheidung miteinander vereinbaren, funktioniere es gut. Das es immer mehr freiwillige gemeinsame Obsorgen gebe sei sehr erfreulich. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jenen Eltern, die sich bis aufs Blut streiten, mit Zwang verordnet wird, dass sie sich gemeinsam ums Kind kümmern müssen. Wo nur Streit vorherrscht, kann doch eine verpflichtende gemeinsame Obsorge nicht gut fürs Kind und damit keine Lösung sein. Hier braucht es jedenfalls eine Abkühlphase“, so Heinisch-Hosek weiter.

Mautz: Vorsicht bei gemeinsamer Obsorge
Streit darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden
„Der Streit zwischen den Eltern darf keinesfalls auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden“, so Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz gegenüber dem SPÖ-Pressedienst als Reaktion auf die präsentierten Pläne von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner zur gemeinsamen Obsorge. Eine verpflichtende gemeinsame Obsorge bei Eltern, die im Streit auseinandergegangen sind, kann keinesfalls zum Wohle des Kindes sein, so Mautz. „Es ist natürlich erfreulich, wenn die gemeinsame Obsorge von Eltern freiwillig vereinbart wird, dies jedoch für alle verpflichtend auszuweiten, halte ich für wenig zielführend“, so Mautz.

Wurm: Gleichstellung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit
Einkommensschere schließen, Frauen in Führungsetagen heben, Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern
„Die Wirtschaft ist immer noch eine reine Männerdomäne, Frauen sind kaum in den Aufsichtsräten und Vorständen vertreten und das, obwohl inzwischen mehr Frauen als Männer ein Studium abschließen oder die Matura machen. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dürfen und können dieses Potenzial nicht ungenützt lassen. Tatsache ist: Gleichstellung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“, so SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm heute, Mittwoch, in der aktuellen Stunde des Nationalrats zum Thema „Gleichstellung von Frauen forcieren heißt Wirtschaftsleistung steigern“. Man müsse Frauen auch die Chance geben, nach der Babypause wieder in den Beruf zurückzukehren. „Ein Kind darf kein Karriereknick sein. Frauen wollen beides, Kind und Job, und Frauen können das. Man muss sie nur lassen, sie unterstützen und nicht behindern“, so Wurm, die sich für mehr qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsplätze aussprach.

Kuntzl: Dank Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird wieder aktive, emanzipatorische Frauenpolitik gemacht!
In den letzten 1,5 Jahren viel umgesetzt: NAP-Gleichstellung, Gratis-Kindergarten, Einkommensabhängiges Kindergeld
„Dank Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird in diesem Land endlich wieder aktive, emanzipatorische Frauenpolitik gemacht. Sie hat den Mut und die Konsequenz, auch wirklich große Projekte und heiße Eisen anzugehen und in den letzten eineinhalb Jahren ist viel passiert“, so SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl heute, Mittwoch, in der aktuellen Stunde des Nationalrats zum Thema „Gleichstellung von Frauen forcieren heißt Wirtschaftsleistung steigern“. Als wichtigste umgesetzte Projekte nannte Kuntzl den nationalen Aktionsplan zur Gleichstellungspolitik, die Schaffung von 10.000 zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen, das kostenlose letzte Kindergartenjahr, das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld und – „und das war ein wirklich heißes, aber ganz, ganz wichtiges Eisen“ – die verpflichtende Einkommenstransparenz.

Liebe Grüße
Elisabeth Bessert

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