SPÖ Bundesfrauenkonferenz: Heinisch-Hosek – Kennen unsere Männer – müssen ihnen jetzt auf die Füße treten

Utl.: „Frauenquote im Parteistatut verpflichtend verankern“ =

Vösendorf (OTS/SK) – In ihrer Rede bei der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, sie sei sehr skeptisch, ob die automatische gemeinsame Obsorge der richtige Weg sei. „Zweien, die sich bei der Trennung bis aufs Blut streiten, staatlich zu verordnen, dass sie sich gemeinsam um das Kind kümmern müssen – ich glaube nicht, dass das dem Kindeswohl entspricht.“ Auch den Antrag, die im Parteistatut verankerte Frauen-Quote endlich verpflichtend zu machen, sprach die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende an und meinte: „Wir lieben unsere Männer in der Partei und wir kennen sie sehr genau – daher müssen wir ihnen jetzt auf die Füße treten.“ ****

Heinisch-Hosek erneuerte ihre Kritik, dass es zu wenige Frauen in Spitzenpositionen gebe. Es brauche daher eine Quotenregelung in Aufsichtsräten – das sei auch wirtschaftlich sinnvoll. „Das ist gut fürs Geschäft“, verweist Heinisch-Hosek auf die deutsche Telekom, wo dies bereits gehandhabt wird und sich das Unternehmen handfeste wirtschaftliche Vorteile erwarte. „Ich stoße hier leider in der ÖVP auf großen Widerstand. Ich glaube, hier müssen wir den Druck weiter erhöhen – es wird Zeit, dass bei einer 90-prozentigen Männerquote in Aufsichtsräten der eine oder andere Mann den Sessel räumt und Platz macht. Denn dass Frauen nur dann in Spitzenpositionen kommen, wenn es den Männern in den Kram passt, das werden wir uns nicht mehr gefallen lassen.“

Zwtl.: Zusammenleben hat sich verändert

Heinisch-Hosek verwies darauf, dass sich das Zusammenleben sowohl von Männern und Frauen als auch das von gleichgeschlechtlichen Paaren verändert habe. Ein wichtiger Schritt sei die Eingetragene Partnerschaft. Hier wünscht sich die Frauenministerin weitere Schritte wie die Möglichkeit der Adoption oder eine würdige Zeremonie am Standesamt.

Auch bei heterosexuellen Partnerschaften habe sich viel geändert: „Man kann nicht so tun, als wäre Mutter, Vater, Kind die einzige Lebensform, die es gibt – man braucht hier Antworten auf diese großen Herausforderungen. Das werden wir in der SPÖ angehen.“

Im Falle von Trennungen und Scheidungen würden sich Väter sehr oft als Opfer darstellen. Es werde in den Diskussionen zu viel über die Väter und zu wenig über die Frauen und Kinder geredet. „Es gibt auch Väter, die ihre Kinder oft lange nicht sehen dürfen. Aber es gibt mehr Väter, die holen ihre Kinder, die auf sie warten, nicht ab.“

Zum Thema Gewalt in der Familie betonte Heinisch-Hosek, es sei Zeit, dass Richterinnen und Richter Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen würden. Auch könne sich die Frauenministerin eine Frist vorstellen, innerhalb derer richterlich zu entscheiden wäre, wie es im jeweiligen Fall künftig mit Unterhalt, Obsorge etc. aussieht.

Zwtl.: Investitionen in Kinderbetreuung lohnen sich

Die Frauenministerin will mehr Werbung für das einkommensabhängige Kindergeld machen. Es sei ganz einfach noch ein Tabuthema, dass Männer in Babypause gehen – auch an der Information mangle es. Trotzdem sei das einkommensabhängige Kindergeld das „Zukunftsmodell“, jetzt gelte es, „am Gas“ zu bleiben und Kinderbereuungsplätze zu schaffen. Denn Investitionen in die Kinderbetreuung lohnen sich, es kurble auch die Wirtschaft an. „Wir haben in den beiden letzten Jahren 17.000 neue Kinderbetreuungsplätze und 6.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das ist ein großer Erfolg, den wir jetzt fortsetzen müssen.“ Darum greife sie auch die Idee des WIFO auf, wonach man das Geld für den Alleinverdienerabsetzbetrag für diejenigen, die keine Kinder betreuen, für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen umschichten könnte. Mit diesen 60 Millionen Euro könnte bis zum Ende der Legislaturperiode der Ausbau der Kinderbetreuung weiter finanziert werden.

Utl.: Wichtig, sich in den Zukunftsbereichen aus- und weiterzubilden

Wichtig sei es, Mädchen zu ermuntern, nicht nur Frisörin, Verkäuferin und Sekretärin zu werden, sondern sich für Zukunftsberufe zu interessieren. Frauen sollen ein breites Weiterbildungsangebot annehmen und vor allem qualifizierte Ausbildungen wählen. Bei Betrachtung der Arbeitszeit gelte es, eine Balance zu schaffen: Auf der einen Seite Überstunden und auf der anderen Seite Teilzeitjobs zu reduzieren.

Zwtl.: Hausarbeit – noch immer nicht Halbe/Halbe!

Zu den Themen Kinderbetreuung und Hausarbeit betonte Heinisch-Hosek, dass Männer hier noch genauso wenig wie vor 15 Jahren aktiv wären – und allenfalls helfend tätig sind. Die Frauenministerin verweist aber auf eine Studie, wonach Halbe/Halbe daheim Beziehungen stabiler hält. „Hausarbeit der Männer fördert also die Beziehung.“

Kurz ging Heinisch-Hosek auch auf das SPÖ-Zukunftsprojekt „Österreich 2020“ ein, das nach ihrer Einschätzung auch einen guten Beitrag dazu leisten wird, „dass wir mit vielen Menschen die nächsten Schritte setzen und in die Zukunft schauen können – und junge Menschen motivieren, dass sie unsere Inhalte mittragen und einen Teil und unseres Weges mitgehen.“ Abschließend betonte Heinisch-Hosek: Ich bin stolz, dass ich gemeinsam mit euch, liebe Genossinnen und Genossen, viele wichtige Schritte in der Frauenpolitik im letzten Jahr setzen konnte.“ (Schluss)