Teilzeit; Gemeindepolitik

SPOE-Frauen – www.frauen.spoe.at

SP-Frauennetwork 30. März 2010

Liebe Frauen!

Newsletter der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek

Betrifft: Studienpräsentation Qualifzierte Teilzeit – Wie kann die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt verbessert werden?

„Teilzeit ist weder gut noch böse. Teilzeit ist eine Realität. Eine gerechte Entlohnung von Teilzeitarbeit braucht Einkommenstransparenz“ (Gabriele Heinisch-Hosek)

Teilzeitbeschäftigung, insbesondere jene der Frauen, steigt ungebrochen und ist zu einem wesentlichen Strukturmerkmal des österreichischen Arbeitsmarktes geworden.

Der Teilzeitarbeit wurde nun eine Studie gewidmet, die das Frauenministerium bei der L&R Sozialforschung und beim FORBA-Institut (Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt) in Auftrag geben hat. Die Ergebnisse der Studie und die Schlussfolgerungen für die Politik wurden heute von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gemeinsam mit Claudia Sorger, einer der Studienautorinnen präsentiert.

Die wichtigsten Ergebnisse:

* In Österreich arbeiten rund 700.000 Frauen Teilzeit und fast die Hälfte davon entscheidet sich bewusst dafür, aufgrund von Betreuungspflichten. Hier zeigt die Studie einen der wesentlichen Unterschiede zur männlichen Teilzeitbeschäftigung: Für Männer sind Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der häufigste Grund für Teilzeitarbeit, nur drei Prozent nutzen sie für die Kinderbetreuung. Das schlägt sich auch in der Altersgruppenverteilung nieder: Während Männer vorwiegend zu Beginn oder gegen Ende ihrer Berufslaufbahn einem Teilzeitjob nachgehen, ist der größte Anteil der weiblichen Teilzeitbeschäftigten in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen zu finden, also während der Haupterwerbsphase. Im Geschlechtervergleich zeigt sich auch, dass Frauen wesentlich länger in Teilzeitjobs verweilen als Männer.

* Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet weniger als 24 Wochenstunden, doch es gibt häufig einen Wunsch zur Aufstockung: Jede vierte Frau würde gerne ihre Arbeitzeit erhöhen. Dem wird jedoch oft nicht entsprochen. Außerdem bedeutet Teilzeit oft eine Abqualifizierung. Jede fünfte Frau findet nach ihrem Wiedereinstieg in einen Vollzeitjob keine Beschäftigung, die ihrer Ausbildung entspricht. Den Unternehmen muss bewusst gemacht werden, dass ihnen dadurch wertvolle Ressourcen verloren gehen.

* Drastisch sind auch die Lohnunterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung: Vergleicht man die Brutto-Stundenlöhne, so verdienen Teilzeitkräfte bis zu 30 Prozent weniger als Vollzeitangestellte. Auf dieses Missverhältnis muss aufmerksam gemacht werden. Daher ist eine Einkommenstransparenz in den Betrieben unverzichtbar.

Bisherige Schritte

Die Regierung hat bereits einige wichtige Schritte gesetzt, um die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern. So fördert das einkommensabhängige Kindergeld einen rascheren Wiedereinstieg nach der Karenz und ist ein Anreiz für Männer, in Väterkarenz zu gehen. Positiv ist auch die Möglichkeit der Elternteilzeit bis zum 7. Lebensjahr des Kindes zu bewerten.

Weitere notwendige Maßnahmen

* Wir müssen noch mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen. Eine Umschichtung von Finanzmitteln könnte das ermöglichen. Dazu kann der Vorschlag des WIFO aufgegriffen werden, den Alleinverdienerabsetzbetrag für Frauen, die keine Kinder betreuen, abzuschaffen. Mit dieser Umschichtung von 60 Millionen Euro könnte für die nächsten 3 Jahre der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze finanziert werden.

* Es gilt, die Akzeptanz der Väterkarenz in den Unternehmen zu stärken.

* Es muss eine interne Informationspflicht in Betrieben eingeführt werden, die alle Beschäftigten über offene Vollzeitstellen informiert, bevor diese extern ausgeschrieben werden.

Die Studie über die Qualität von Teilzeitbeschäftigung und die Verbesserung der Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt kann auf der Website des Frauenministeriums unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.frauen.bka.gv.at/site/5461/default.aspx#a5

Wurm: Tirols Gemeinden werden weiblicher
Hedwig Wechner – erste direkt gewählte Tiroler SPÖ-Bürgermeisterin

„Sehr erfreulich sind die Ergebnisse der Bürgermeisterstichwahlen vom Sonntag. Von 279 Tiroler Orten werden jetzt acht von weiblichen Ortschefinnen geführt, bisher gab es in Tirol nur zwei Bürgermeisterinnen“, erklärte SPÖ-Frauensprecherin und Vorsitzende der Tiroler SPÖ Frauen, Gisela Wurm am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. „Das ist ein starkes Lebenszeichen der Frauen und zeigt, dass sie in Tirol auf dem Vormarsch sind. Von fünf Stichwahlen, gab es vier Gewinnerinnen“, so Wurm. „Besonders erfreulich ist der Erfolg von SPÖ-Kandidatin Hedwig Wechner, die den Wörgler VP-Bürgermeister Arno Abler in der Stichwahl besiegen konnte und damit die erste direkt gewählte Bürgermeisterin Tirols ist“, so Wurm, die Wechner ganz herzlich zu ihrem Erfolg gratuliert.

www.frauen.spoe.at

Liebe Grüße

Elisabeth Bessert

SPÖ Bundesfrauen
Löwelstrasse 18
1014 Wien
Tel.: +43 (01) 53 427-270
e-Mail: frauen@nullspoe.at
www.frauen.spoe.at